Gemeinsam Rassismus überwinden

Im Zuge der Themenwoche „GEMEINSAM > 21: Rassismus überwinden“ der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit waren die angehenden Industriekaufleute der Klasse WIN 11b am 20.07.2021 Teil des interaktiven Online-Rollenspiels „Casting Culture – Da wir nichts voneinander wussten“.

Als vorgegebener Charakter waren die Schüler:innen einer von zehn Bewerber:innen um einen Job bei einer Werbeagentur. Denn diese brauchte dringend ein neues Talent, um das Image nach einem kontroversen Spot, der einen globalen Shitstorm nach sich zog, wieder aufzubessern. Doch welcher Lebenslauf hat die besten Chancen? Noch immer weiß, männlich, heterosexuell, aus einer Akademikerfamilie?

Dominik Breuer, einer der künstlerischen Leiter des Brachland-Ensembles, und die beiden Gast-Schauspieler Mariann Yar und Hasan H. Tasgin führten die verschiedenen Bewerbertypen durch ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Und obwohl eigentlich der Grundsatz „Alle bekommen die gleiche Chance. Denn Leistung zählt, nichts anderes.“ galt, wurden die Teilnehmer:innen mit einigen Paradebeispielen struktureller Diskriminierung konfrontiert. Es galt eine Taktik zu entwickeln, um die gestellten Aufgaben gut zu meistern und am Ende den ersehnten Job zu ergattern. Dabei galt es immer daran zu denken, dass getroffene Entscheidungen Konsequenzen für die eigene Figur haben könnten.

Inhaltlich soll hier nicht weiter ins Detail gegangen werden, um zukünftigen Spieler:innen den Spaß nicht zu verderben.😊 Doch war das Fazit der Klasse danach durchweg positiv, da viel Wissen in Bezug auf strukturelle und institutionelle Diskriminierung innerhalb der deutschen Gesellschaft erworben werden konnte. Zudem bekam man Einblicke in die Problematik zwischen dem Ausüben sozialer Verantwortung und finanziellen und/oder politischen Zwängen sowie die (eigenen) Privilegien bzw. deren Abwesenheit. Ganz nebenbei wurden Kommunikationsfähigkeit und Argumentationsgeschick trainiert.

Alles in allem ein gelungenes Beispiel, um aufzuzeigen, dass jeder Mensch aus seiner Perspektive etwas tun kann, um dem Ziel „Rassismus überwinden“ ein Stück näher zu kommen – egal in welcher Erscheinungsform dieser auftritt. Genau das, was wir unseren Lernenden als Modellschule „Werte.BS“ vermitteln wollen.

Förderpreis der aktiven Bürgerschaft

Staatliche Berufsschule III Bamberg Business School erhält deutschlandweit ausgeschriebenen Preis

Die Staatliche Berufsschule III Bamberg Business School wurde von der Stiftung Aktive Bürgerschaft, Berlin, als einzige berufliche Schule mit dem deutschlandweit ausgeschriebenen Förderpreis für ihr Engagement im Bereich Service Learning ausgezeichnet. Mit dem Förderpreis wurden insgesamt 18 Preisträger geehrt, wobei der BS III Bamberg ein Preisgeld von 1.000,00 EUR zuerkannt wurde.

Bereits seit dem Schuljahr 2016/17 wird mit Service Learning an der Staatlichen Berufsschule III Bamberg Business School als Beitrag zur Förderung personaler Kompetenzen in der dualen Ausbildung eine hohe Bedeutung beigemessen. Die Idee wurde zusammen mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg im Rahmen der Universitätsschulkooperation initiiert. Als zivilgesellschaftlicher Partner konnte unter anderem die Diakonie Bamberg-Forchheim gewonnen werden, mit der bis jetzt drei Serviceprojekte durchgeführt wurden, die sich thematisch in kleinere Teilprojekte untergliederten (Aufbau einer Social-Media-Plattform für die Diakonie, Befragung der Patientenzufriedenheit im Pflegeheim und Chancen- und Risiko-Analyse bei der Fuhrparkumstellung auf E-Mobilität).

Um Service Learning kurz an einem Beispiel vorzustellen, soll hier das Projekt „Chancen- und Risiko-Analyse bei der Umstellung des Fuhrparks auf E-Mobilität der Diakonie Bamberg-Forchheim“ dienen. Didaktisch wurde Service Learning dazu in drei Phasen umgesetzt:

  • gemeinsame Auftaktveranstaltung mit Zielformulierung, 
  • dreimonatige Bearbeitungszeit in der Berufsschule mit Beratungssequenzen durch Akteure der Diakonie, schulischer Lehrkräfte sowie Vertreter der Universität,
  • Ergebnispräsentation als Abschlussveranstaltung bei der Diakonie (Lernortkooperation).

Bei der Auftaktveranstaltung wurden den Schüler:innen die karitativen Aktivitäten der Diakonie und das Projektziel vorgestellt. Bei der Abschlussveranstaltung präsentierten die Auszubildenden konkrete Handlungsempfehlungen aus den vorliegenden Ergebnissen für die Diakonie.

Während der dreimonatigen Bearbeitungsphase haben sich die Auszubildenden in Kleingruppen mit folgenden Teilprojekten beschäftigt:

  • Ökonomische Perspektive: Die Auszubildenden erarbeiteten anhand von realen Daten der Diakonie eine Kosten-Nutzen-Rechnung sowie eine Amortisationsrechnung, um zu ermitteln, ab welchem Zeitpunkt es sich finanziell für die Diakonie lohnen würde, den Fuhrpark auf E-Mobilität umzustellen.
  • Ökologische Perspektive: Die Auszubildenden bearbeiteten die Frage, ob ein E-Auto von der Produktion bis zur Verschrottung wirklich ökologisch sinnvoller ist als ein herkömmliches Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.
  • Soziale Perspektive: Hier ging es vorwiegend darum, wie sich E-Mobilität auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten auswirken kann und wie ggf. dadurch die Qualität der Pflegeleistungen beeinflusst wird.

Im Ergebnis hat die engagierte Arbeit der Auszubildenden dazu beigetragen, dass die Diakonie sukzessive E-Autos angeschafft hat, die den dienstlichen Anforderungen der Beschäftigten gerecht werden, um eine qualitativ gute und zuverlässige Pflege zu garantieren.

Einen Eindruck von der Preisverleihung erhalten Interessierte über folgenden Link: https://www.youtube.com/watch?v=GBt6iH76FGM (Zeitintervall 00:57:00 bis 01:08:00).

Glückwünsche aus Politik, Wirtschaft und von der Universität