Service Learning

Im Schuljahr 2016/2017 wurde mit Service Learning an der Staatlichen Berufsschule III Bamberg Business School als Beitrag zur Förderung personaler Kompetenzen in der dualen Ausbildung begonnen. Die Idee wurde mit der Universität Bamberg im Rahmen der Universitätsschulkooperation initiiert. Als zivilgesellschaftlicher Partner konnte unter anderem die Diakonie Bamberg-Forchheim gewonnen werden, mit der man bis jetzt drei Serviceprojekte durchgeführte, die thematisch in kleinere Teilprojekte untergliedert wurden (Aufbau einer Social-Media Plattform für die Diakonie, Befragung der Patientenzufriedenheit im Pflegeheim und Chancen- und Risiko-Analyse von der Umstellung des Fuhrparks auf E-Mobilität).

Um Service Learning kurz an einem Beispiel vorzustellen, soll hier das Serviceprojekt „Chancen- und Risiko-Analyse von der Umstellung des Fuhrparks auf E-Mobilität der Diakonie Bamberg-Forchheim“ dienen. Didaktisch wurde Service Learning dazu in drei Phasen umgesetzt:  

  • gemeinsame Auftaktveranstaltung   
  • dreimonatige Bearbeitungszeit in der Berufsschule mit Beratungssequenzen durch Akteure der Diakonie, Lehrkräfte sowie der Universität  
  • gemeinsame Abschlussveranstaltung bei der Diakonie (Lernortkooperation) 

Bei der Auftaktveranstaltung wurden den Schüler:innen die karitativen Aktivitäten der Diakonie und das Projektziel vorgestellt. Bei der Abschlussveranstaltung präsentierten die Auszubildenden konkrete Handlungsempfehlungen aus den vorliegenden Ergebnissen für die Diakonie. 

Auftaktveranstaltung

Während der dreimonatigen Bearbeitungsphase haben sich die Auszubildenden in Kleingruppen mit folgenden Teilprojekten beschäftigt:  

  • Ökonomische Perspektive: Die Auszubildenden erarbeiteten anhand von Daten der Diakonie eine Kosten-Nutzen-Rechnung sowie eine Amortisationsrechnung, um zu ermitteln, ab welchem Zeitpunkt es sich finanziell für die Diakonie lohnt, den Fuhrpark auf E-Mobilität umzustellen.  
  • Ökologische Perspektive: Die Auszubildenden bearbeiteten die Frage, ob ein E-Auto von der Produktion bis zur Verschrottung wirklich ökologisch sinnvoller ist, als ein herkömmliches Auto mit Verbrennungsmotor.  
  • Soziale Perspektive: Hier wurde die Frage behandelt, wie sich E-Mobilität auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten auswirken kann (z. B. Wer ist für das Laden der Batterie verantwortlich? Was passiert, wenn ein E-Auto ausfällt und die Pflegefälle nicht besucht werden können?) 

Im Ergebnis haben die Arbeiten der Auszubildenden dazu geführt, dass die Diakonie sukzessive E-Autos angeschafft hat, die den Anforderungen der Beschäftigten gerecht werden, um eine gute sowie pünktliche Pflege zu garantieren.  

Förderpreis der aktiven Bürgerschaft

Die Staatliche Berufsschule III Bamberg Business School wurde von der Stiftung Aktive Bürgerschaft, Berlin, als einzige berufliche Schule mit dem deutschlandweit ausgeschriebenen Förderpreis für ihr Engagement im Bereich Service Learning ausgezeichnet. Mit dem Förderpreis wurden insgesamt 18 Preisträger geehrt, wobei der BS III Bamberg ein Preisgeld von 1.000,00 EUR zuerkannt wurde.

Im Ergebnis hat die engagierte Arbeit der Auszubildenden dazu beigetragen, dass die Diakonie sukzessive E-Autos angeschafft hat, die den dienstlichen Anforderungen der Beschäftigten gerecht werden, um eine qualitativ gute und zuverlässige Pflege zu garantieren.

Einen Eindruck von der Preisverleihung erhalten Interessierte über folgenden Link: https://www.youtube.com/watch?v=GBt6iH76FGM (Zeitintervall 00:57:00 bis 01:08:00).

Glückwünsche aus Politik, Wirtschaft und von der Universität

Warum Service Learning für uns bedeutsam ist?

Abschließend noch einige Sätze, warum wir Service Learning für unsere Schule so bedeutsam finden und diesen Weg in den nächsten Jahren weiterverfolgen wollen: 

Service Learning ist für unsere Schule besonders bedeutsam, weil 

  • über die Kooperation mit gemeinnützigen Unternehmen die Auszubildenden sowie die Lehrkräfte Einblicke in die karitative Arbeit erhalten. Die Auszubildenden und Lehrkräfte werden angeregt, über die Relevanz gemeinnütziger Arbeit nachzudenken und die eigene Rolle in der Zivilgesellschaft zu finden. Manche Auszubildende entwickeln in den Projekten auch eine erste Positionsbildung zum gesellschaftlichen Engagement. 
  • die Auszubildenden realisieren, dass ihr Tun eine konkrete Auswirkung hat und sie wirklich etwas bewegen können (Selbstwirksamkeit). Daher war und ist es auch wichtig, den engagierten Auszubildenden Wertschätzung und Dank für das gebotene Engagement entgegenzubringen. 
  • Service Learning seitdem einen festen Platz in der Schulkultur eingenommen hat und durch die vielfältigen Netzwerke, Fortbildungen, formellen und informellen Treffen eine Sensibilisierung im Kollegium gegenüber Wertebildung und Demokratieerziehung stattgefunden hat und weiterhin stattfindet.  

Ansprechpartner

OStR Jörg Neubauer

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