SMV-Reise nach Norwegen – Zwischen Rose Castle und digitaler Zukunft

Das Erasmus+-Programm bot unserem Schülerparlament erneut die Möglichkeit, sich im Rahmen eines internationalen Austauschs intensiv mit dem Thema Demokratiebildung an Schulen auseinanderzusetzen. Vom 28. bis 31. Januar 2026 reisten wir nach Drammen in Norwegen, wo wir gemeinsam mit Delegationen aus Norwegen und Dänemark an Workshops, Exkursionen und interkulturellen Begegnungen teilnahmen.

Unsere Reise begann am frühen Morgen, als wir voller Vorfreude mit dem Flugzeug nach Norwegen aufbrachen. Nach unserer Ankunft in Drammen checkten wir zunächst in unser Hotel ein und nutzten die Zeit, um uns von der Reise zu erholen. Am Abend stand bereits das erste gemeinsame Treffen auf dem Programm: Zusammen mit den norwegischen und dänischen Schülerinnen und Schülern gingen wir bowlen und konnten uns in lockerer Atmosphäre besser kennenlernen. Schnell kamen wir ins Gespräch, erste Freundschaften entstanden, und wir tauschten uns intensiv über Schule, Alltag und unsere Erwartungen an die kommenden Tage aus.

Der zweite Tag führte uns zum Rose Castle (norwegisch: Roseslottet) in der Nähe von Oslo. Dieser besondere Ort der Erinnerung wurde als Zeichen der Wertschätzung für Demokratie und Menschenrechte geschaffen und verbindet Kunst mit historischer Aufarbeitung. Bereits der Name ist symbolisch zu verstehen: Die Rose steht für Hoffnung, Widerstand und Menschlichkeit, während das „Schloss“ eine geistige Festung darstellt – einen geschützten Ort für Freiheit und demokratische Werte. Der Name verbindet also Kunst, Erinnerungskultur und die Botschaft, dass Freiheit und Demokratie geschützt werden müssen.

In der eindrucksvollen Ausstellung zum Zweiten Weltkrieg hörten wir bewegende Geschichten über Widerstand, Freiheit und den Mut, für demokratische Prinzipien einzustehen. Dabei setzten wir uns auch mit der deutschen Widerstandsgruppe die „Weiße Rose“ auseinander, insbesondere mit dem mutigen Handeln der Geschwister Hans und Sophie Scholl, die durch ihre Flugblätter ein klares Zeichen gegen das NS-Regime setzten und dafür ihr Leben riskierten. 

Die künstlerische Gestaltung regte uns dazu an, über freiheitliche Grundsätze in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nachzudenken und hinterließ einen nachhaltigen Eindruck als Symbol für Selbstbestimmung und Hoffnung. Im Anschluss bearbeiteten wir gemeinsam ein Quiz zu den Inhalten der Ausstellung und diskutierten darüber, welche Rolle demokratische Werte heute in unserem eigenen Schulalltag und in der Gesellschaft spielen. Darüber hinaus bastelten wir aus Papierservietten weiße Rosen – eine kreative Erinnerung daran, wie wichtig Zivilcourage und Einsatz für Freiheit heute sind.

Danach besuchten wir eine Hütte in den Bergen, wo wir ein traditionelles norwegisches Mittagessen mit Fischsuppe, Brot und Wasser genießen durften. Ein besonderes Highlight war die Möglichkeit, mit dem Schlitten den Berg hinunterzufahren – ein Angebot, das viele begeistert annahmen. 

Anschließend ging es weiter nach Oslo, wo wir rund drei Stunden Freizeit hatten. In gemischten Gruppen aus deutschen, norwegischen und dänischen Teilnehmenden erkundeten wir die Stadt, besichtigten Sehenswürdigkeiten und lernten die norwegische Hauptstadt besser kennen. Am Abend trafen wir uns erneut zu einem gemeinsamen Abendessen, bei dem wir den Tag ausklingen ließen und uns weiterhin intensiv über Demokratie, Politik und die Schulsysteme unserer Länder austauschten.

Am dritten Tag besuchten wir die moderne Upper Secondary School in Lier. Bis zum Nachmittag beschäftigten wir uns in Workshops und Präsentationen mit demokratischen Prozessen, Mitbestimmung und möglichen Verbesserungen im Schulalltag. Besonders wertvoll war der offene Austausch: Wir konnten unterschiedliche Perspektiven kennenlernen, gemeinsam neue Projektideen entwickeln und konstruktive Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen der SMV-Arbeit erarbeiten. 

Ein weiterer Höhepunkt war ein Vortrag zum Erasmus+-Projekt „Digital Cleanup“, der uns Einblicke in umweltbewusste digitale Praktiken gab und das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien stärkte. Darüber hinaus lernten wir die Plattform „MixUp“ kennen, die den europäischen Dialog fördert. In anonymen Eins-zu-eins-Gesprächen in Echtzeit können die Teilnehmenden unterschiedliche Meinungen austauschen, gesellschaftlich relevante Themen diskutieren und dabei ihre interkulturellen sowie demokratischen Kompetenzen weiterentwickeln. 

Den Abend verbrachten wir zunächst getrennt, bevor wir uns später wieder im Hotel trafen und gemeinsam – ohne Lehrkräfte, aber zusammen mit den norwegischen und dänischen Schülerinnen und Schülern – essen gingen. So konnten wir den ereignisreichen Tag in entspannter Atmosphäre ausklingen lassen.

Am letzten Tag traten wir schließlich die Rückreise an. Mit vielen neuen Eindrücken, wertvollen Erfahrungen und internationalen Freundschaften im Gepäck blicken wir auf eine äußerst bereichernde Fahrt zurück. Der Austausch hat uns gezeigt, wie wichtig der Dialog über Ländergrenzen hinweg ist, um demokratische Werte zu stärken, voneinander zu lernen und gemeinsam an einer offenen, respektvollen Schulkultur zu arbeiten.

Viktoria Schiffner (Vertreterin des Schülerparlaments)

Carmen Hertha (SMV-Begleiterin)